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Gedanken zum Monat Januar

Du bist ein Gott, der mich sieht“.
Genesis 16, 13

Liebe Leserinnen und Leser unseres Blättchens!

Falls wir uns noch nicht gesehen haben: Ganz herzlich willkommen im Neuen Jahr 2023! Das Sehen und Gesehen werden nimmt auch die Jahreslosung in den Blick! Es bedeutet für uns Menschen viel.
Die ganze Modeindustrie lebt von dem Interesse von uns Menschen gesehen zu werden. Wir verwenden viel Zeit darauf, für andere gut rüber zukommen, was herzumachen, aufzufallen, schön auszusehen.
Doch eigentlich sehnen wir uns danach, beachtet, geachtet, geliebt zu werden. So auch Hagar, die Magd von Abraham und Sarah, die sich missachtet fühlte und deshalb in die Wüste geflohen ist. Es ist eine spannende Geschichte aus der Bibel, die ich jetzt nicht nacherzählen kann – aber Sie haben ja eine Bibel und können sehen und lesen. Nur soviel, sie trifft dort in der Wüste ihres Lebens auf einen Boten Gottes – einen Engel. Sie lebt auf, weil sie sich von Gott wahrgenommen fühlt, nicht nur in ihrer äußeren, sondern auch in ihrer inneren Not.
Sie bekommt dadurch die Kraft für etwas kaum noch Vorstellbares: wieder umzukehren, um mit ihrer ganzen Persönlichkeit für sich und ihr Kind am konfliktreichen Ort da zu sein.
Es ist keine einfache Geschichte und sie geht auch nicht unbedingt gut aus. Sie ist eben ehrlich. So wie wir ehrlich sind, wenn wir wissen: Gott sieht uns. Gott „spamt“ uns nicht aus. Er sieht nicht, was uns Menschen so vor Augen steht. Gott sieht das Herz an. Und er sieht es so an, dass alles, was in diesem Herzen an Unvermögen und Vermögen, Enttäuschung und Erfüllung zu finden ist, von ihm wahrgenommen – liebend angenommen wird.
Und damit können wir uns verwandeln zu dem Menschen, der wir wirklich sind. Hagar hat bei all ihren Lebenserfahrungen dieses Wissen und ihr Vertrauen nicht mehr verloren: Gott sieht mich!
Das wünsche ich Ihnen, uns allen auch! Und auch, dass wir uns gegenseitig mit diesem Wissen ansehen: „Ich sehe Dich, denn Gott sieht Dich. Du siehst mich. Gott sieht uns.“ Mit diesem Wissen nehmen wir zusammen das Jahr 2023 - wie es auch werden mag - in den Blick.
Herzlichst!
Ihr Christian Weigel, Pfarrer