„Offene Johanneskirche“

Ab Ostern ist es wieder soweit. Unsere Johanneskirche öffnet ihre Pforte zum vielfältigen Besuch:

Karsamstag, Ostersonntag, Ostermontag           13.00-17.00 Uhr

(Am Karfreitag ist keine Besichtigung/Führung möglich.)

ab Dienstag, dem 23. April      montags bis sonnabends 11.00-17.00 Uhr; sonntags, feiertags  13.00-17.00 Uhr      

Gedanken zum Monat April

WIE WIRD MAN JÜNGER?

Liebes Gemeindeglied,

Sie sind es doch schon.
Erinnern Sie sich? Es fing damals am See Genezareth an. Nach langen vergeblichen, ermüdenden, erfolglosen Versuchen wenigstens kleine Fische zu fangen, sahen Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes ganz schön alt aus.
ER, Jesus, sah Sie an und Sie fühlten sich von ihm angesprochen und folgten ihm auf einen großen Fischzug. Erst waren es die vollen Netze, dann ganze Schwärme von Menschen, die ihnen folgten, die IHN aufspürten, weil ihr Leben davon heil wurde.
Tatsächlich:
Die Blindlinge, sie sahen plötzlich den Zauber der Schöpfung.
Die Lahmen, die mühsam durch`s Leben krochen, sie gingen aufrechten Ganges. Die Tauben, die schon lange nichts mehr mitkriegten – sie wurden hellhörig als Jesus ihnen das Evangelium brachte.
Die Stummen kamen wieder zu Wort und die, die außerhalb der Gesellschaft saßen, die Aussätzigen, sie wurden wieder rein – genommen.
Eine erfüllte Zeit war das, weil Gott bei ihnen war. Er war zu fühlen, zu hören, zu sehen, zu schmecken.
Nicht unfasslich war er, sondern anfassbar. Ganz nah und doch Gott.
Ganz deutlich. Ganz dicht. Ganz herrlich. Bald auch ganz gefährdet.
Man beschloss Jesus zu töten. Und er? Er ging nicht in den Untergrund.
Er zog auch nicht das Schwert. Er zerstörte die Gemeinschaft nicht. Er vertraute Gott.
Er aß und trank mit seinen Jüngern zum Abschied:
„Wenn ihr in meinem Namen versammelt seid, bin ich mitten unter euch.“
Er starb. Auf einem Berg. An einem Kreuz.
Und die Jünger? Sie waren verzweifelt, müde, mutlos und sahen alt aus.
Und Gott? Er verließ Jesus nicht. Er machte ihn lebendig - bis heute.
Und wir? Wir sind heute seine Jünger.
Manchmal ist die Kirche verstaubt und wir müde von vergeblichen, erfolglosen Versuchen etwas Gutes anzufangen. Der Glaube jedoch ist ganz lebendig. Gottes Geist ist erfrischend wie das Wasser des Sees.
Wir sind Jünger, Aufgefischte.
Wir sind Teil eines großen Fanges mit dem Gott etwas anfangen will.
Auch wir bewegen uns auf Karfreitag zu und auf Ostern.
Gehen wir doch ein Stück gemeinsam!

Ihr Christian Weigel, Pfarrer