Männerschmieden – ein Gesprächskreis für Männer- trifft sich ca. alle sechs Wochen am

    Freitag Abend an unterschiedlichen Orten.

Wir sprechen von Mann zu Mann in gemütlicher und offener Atmosphäre über
 - Familie,
 - Arbeit, 
 - Freizeit,  
 - Politik,
 - Bibel und Glauben.
Wir sind überzeugt, dass wir durch Gespräche uns selbst und andere besser verstehen lernen. Wir denken, dass der Austausch positive Auswirkungen auf die Beziehung hat, in denen wir leben. Der Name ist entstanden bei einer Freizeit, zu der wir tatsächlich geschmiedet haben. 

Jeder Mann ist herzlich willkommen. Termine stehen im Gemeindebrief.
Ansprechpartner ist Pfarrer Christian Sparsbrod

 

Weinlese bei Harry September 2019

7 Jahre sind vergangen, auch am 29.09.2012 wurde dem Tag der Engel gedacht.
Damals kamen die christlichen Männer auf der Feldinsel zusammen um über dieses Thema miteinander zu reden. Damals zwischen und unter Bäumen waren noch Attraktionen für Jung und Alt. Fledermäuse flogen durch das Geäst am dämmrigen Abendhimmel.

Jetzt zur „Weinlese“ im Garten, in kleinerer Umgebung, mit kleineren Bäumen, mit kleineren Attraktionen, eben für Enkel.
Sie, die Männer, trafen sich nach dem Friedensgebet um wieder der Engel am Michaelis-Tag zu gedenken, die Gemeinschaft zu spüren zu erleben unter Menschen zu sein. Natürlich wurde erst einmal Wein geerntet, nicht in großen Körben für die Weinflasche sondern in einer kleinen Tüte für den eigenem Genus. In der gemütlichen Weingrotte hat Elisabeth den über reichlich gefüllten Tisch gedeckt. Die Feuertrommel wurde heran geschoben, der uns umgebene Raum wurde mit Licht und Wärme umhüllt. Wir waren unter uns, bereit für das Thema, für das Gespräch.

Es hat schon was mit den Engeln. Man muss nur bereit sein sie zu erkennen. Eine Hilfe für uns Menschen oder eine Versuchung. Wer hat Erlebnisse mit ihnen? So kamen wir zum Leben, zum Lieben zwischen den Geschlechtern. Zu den Schwächen der Menschen rund um die Fortpflanzung. Darf man die Triebe, die für das Leben, für den Erhalt des Lebens in uns sind gebrauchen wie wir wollen?
Die Meinungen gehen auseinander. Sind wir fremd gesteuert, haben wir eine eigene Meinung. Sind wir nicht mit der Sucht nach Glück fremd gesteuert? Wer kämpft in uns, was ist gut was böse. Wo steht der Engel, wo ist er hilfreich, wo hat der gefallene Engel die Oberhand?
Haben wir das Recht andere, unnatürliche Lebensformen zu verurteilen? Was lernen wir aus der Geschichte, was hat Jesus gesagt, was seine Apostel? Ich habe mir eine Sicht für den Sinn des Lebens eingegeben, von mir selbst oder von Gott. Der Sinn des Lebens ist nur das Leben zu erhalten. Alles was ich für das Leben mache wird mit Glücksgefühl belohnt. Die Geschichte, Traditionen, Gesetze, Erfahrungen, Erlebnisse usw. können helfen. Man kann auch mit Verstand das Leben meistern.
Aber dann wird es gefährlich mit der Selbstüberschätzung. Ein gutes Hilfsmittel für mich ist, ich frage mich was ist, wenn ich in meinem Tun übertreibe? Z. B. ich esse, trinke zu viel, reise, sammle, liebe (Sex), spiele, ruhe, arbeite, bewege mich usw. zu viel. Ich glaube dass jeder Mensch eine Berufung, Talente von Gott bekommen hat hier auf Erden zu agieren. Diese Aufgabe lohnt sich zu suchen und zu er füllen.

Es wurde spät, nicht alle Sitzplätze waren genutzt, nicht alle Weintrauben geerntet, nicht alles vom Tisch gegessen, nicht alle Gedanken gesagt, wir dankten Gott und den Menschen für Speisen und Getränke.

Es hängen noch genug Trauben für die Spätlese bis zum Ende des Jahres 2019.

H. Piesch

Männerschmieden in Töpfersdorf am 30.8.19

Männerschmieden 30.08.2019
Wüstung Töpfersdorf Kirchruine

Mit einer besinnlichen Andacht und Worten von Pfarrer Weigel zum Thema:“ Suche Frieden und jage ihm nach“ begann unser Abend gegen18 Uhr in der Johanneskirche.

Rund um Saalfeld waren schwarze Wolken und Donner zu hören. Genau dort war unser Ziel am heutigen Abend für 13 christliche Männer. Von gefährlichen Windböhen mit Astbruch und umstürzenden Bäumen war die Rede.
Zwischen Krölpa und Zeutsch, mitten im Wald, liegt der geheiminsvolle Ort Töpfersdorf. Ein verlassenes Dorf mit einer christlichen Geschichte, mit einer gefallenen Kirche, einer Wallfahrtskirche mit Pilgern, auch in unserer Zeit. Es sind nur noch Ruinen zu sehen.
In Krölpa, Richtung Herschdorf, Friedebach war der Weg durch das Unwetter versperrt, der Bach hat seinen gewohnten Weg verlassen. Über Pößneck fanden wir einen neuen längeren Weg. Kurz nach Friedebach, Richtung Niederkrossen, ging es in den Wald. Einmal nur verfehlten wir den Weg. Voller Spannung gingen wir auf feuchten Wegen zur Kirchruine. Nicht zu finden für neue Besucher. Die letzen Meter durch feuchtes hohes Gras.
Da standen wir ehrfürchtig vor den Mauernresten, die deutlich eine Kirche erkennen lassen. Inmitten der geweihten Steine standen wir bereit zum Gebet. Ein Altarstein wurde gefunden, eine Kerze angezündet, schnell noch ein Foto, dann wurde es still.
Christian nahm mit andächtigen Worten die Stimmung auf und dankte. Der Abend dämmerte. Nur durch die Bäume war Richtung Westen der helle Nachthimmel zusehen. An drei Stämmen wurden Kerzen im Glas aufgehängt. Kleine LED Taschenlampen strahlten von unten hoch in die Baumwipfel. 13 Klappstühle auf den etwas schrägen Waldboden im Kreis gestellt. Ein kleiner Tisch in der Mitte diente für die mitgebrachte Nahrung.
Wir begannen zu speisen, während es stetig tropfte, von den feuchten Nadeln hoch über uns. Die Mauern, in Holz umbettet, schauten uns zu. Wir begannen zu erzählen.
Zwei Männer unter uns hatten schon vor Jahren eine Fensterfront mit 6 Sack Putz gefestigt. Sie mussten mit ansehen, wie andere Mauern stürzten. Es bildete sich ein Verein vor etwa 6 Jahren, um Fördermittel zum Erhalt der Ruine zu erstreiten.
Ich hatte die Leiterin des Vereines, die nach dem letzten Gottesdienst vor zwei Wochen, zu der hier versammelten Kirchgemeinde sprach, aufgenommen. Diese Botschaft hörten wir uns gespannt an. In ihren Worten spürten wir wieder den Geist der von diesem Ort ausgeht. Wie Menschen begeistert werden, das zu erhalten was hunderte Jahre vor uns an diesem Ort geschah.
Für mich ist wieder ein Wunder das vorerst 50 T€ für das Jahr 2018 und vielleicht weitere 30T€ folgen könnten.
Warum fragten wir uns, Steuergelder mitten im Wald, für eine zerfallende Kirche um 1463? Sie wurde erbaut anstelle einer älteren Dorfkapelle aus dem 12Jahrhundert. Diese wurde zu klein wegen „viel und große Wallefart zu St.Wolffgang bey Töpfersdorff…“. Der hl. Wolfgang wurde Schutzpatron von Bayern und mehrerer Berufsstände. Die Wunder die vom hl. Wolfgang von Regensburg berichtet werden, stehen oft in Verbindung mit Quellen in der näheren Umgebung. Auch Töpfersdorf hat eine Quelle unterhalb der Ruine.
Die Sterne flimmerten zwischen den Bäumen. Wir fragten uns, waren die Menschen im Mittelalter gläubiger als heute? Es war viel Schweigen in der Runde, jeder hatte so seine Gedanken.
Die Uhr zeigte nach 23Uhr. Wir sammelten alles von uns wieder ein, gingen etwas die Anhöhe hinauf. Oberhalb der Lichtung stellten wir uns wieder auf, alle Taschenlampen erloschen. die Ruhe und die Andacht kehrten wieder in uns ein. Wir schauten bewusst in den Sternenhimmel und die im Wald unsichtbare Ruine. Wir waren dankbar und sagten es.
Harald Piesch

Männerschmieden Keilhau 28.06.2019

Männerschmieden Keilhau 28.06.2019
Nach dem Friedensgebet fuhren wir zur Fröbelschule nach Keilhau, Dort verbrachten wir den Sommerabend mit jungen Frauen des „Bruderhofes“, einer christlichen Gemeinschaft.
Die Begrüßung fand an der schuleigenen Schmiede statt, wo wir mit sehr leckerer Pizza aus dem Backofen empfangen wurden.
Gut gestärkt ging es über den interessanten historischen Friedhof steil hinauf zur Steinhütte mit herrlichem Blick über das Dorf und die umgebenden Berge. Auf dem Rückweg gab es viele Gelegenheiten für interessante Gespräche. Zurück in der Schule versammelten wir uns in der historischen Turnhalle.
Frau Arnold vom Bruderhof gab uns in einem Vortrag Einblicke in die Gründungsgeschichte dieser Gemeinschaft während der Erweckungszeit durch ihre Urgroßeltern.
Da die Tochter eines Schuldirektors der von Friedrich Fröbel gegründeten Schule auch zur Bruderhofgemeinschaft gehörte, wurden vor 10 Jahren die Kontakte wieder geknüpft und junge Frauen arbeiten in der Schule mit.
Nachdem unsere umfangreichen Nachfragen beantwortet wurden, fuhren wir bei klarem Sternenhimmel wieder nach Hause.

Dieter Preuß

 

 

Männerschmieden im Allianzhaus Bad Blankenburg

Am 05.04.2019 trafen sich 10 Männer nach dem Friedensgebet zu einem interessanten Abend im Allianzhaus in Bad Blankenburg.
Thema: Das Enneagramm.
Schon im Februar war diesem Thema ein Abend gewidmet. Herr Chmell hatte uns eingeführt in das „Geheimnis“ des Enneagramms. „Erkenne dich wie du bist“ könnte man es salopp umschreiben.
Was ist das das Enneagramm? Wir leben in einer Welt mit den unterschiedlichsten Menschen und den verschiedensten Herangehensweisen an Probleme des Lebens, des Alltags.
Sich selbst erkennen und begreifen, dass Ich anders bin als Du und daraus Rückschlüsse auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen zu ziehen, um ein gelingendes Miteinander zu erreichen. Nicht Selbstverwirklichung, sondern Selbsterkenntnis ist die entscheidenden Frage.
Das Enneagramm unterscheidet in drei Zentren – Kopf, Herz und Bauch. Bin ich ein Mensch, der seine Entscheidungen vom Kopf, vom Denken her trifft oder bin ich eher ein Mensch der aus dem Bauch heraus oder ein Mensch der mit dem Herz Entscheidungen trifft. Wir haben alle in uns diese drei Grundzentren. Aber, so ist das Ergebnis jahrelanger Erfahrungen, dass eine Haltung führend ist. Und so waren wir alle gespannt, wie wir uns persönlich unter diesen Gesichtspunkten sehen. Innerhalb dieser drei Zentren gibt es je drei Enneagrammstile. Dazu hat uns Herr Chmell 9 Blätter mit jeweils mehr als 20 Merkmalen gegeben, die wir entsprechend ankreuzen sollten. Das Blatt mit den meisten Kreuzen war dann der Enneagrammstil der auf uns zutraf.
Eine interessante Selbsteinschätzung unseres Lebensstils, da, wie oben schon gesagt, wir uns je nach Situation in dem einen oder anderen wiederfinden. Ein gemeinsames Abendessen, sowie Gesang und Gebet rundeten diesen Abend ab.
Jürgen Wolfram

Saalfelder Männerschmieden zum internationalen Frauentag 2019

Das Friedensgebet wurde passend zum Frauentag vom Frauenstammtisch organisiert und wartete mit einer auflockernden Übung auf. Um das Wort FRIEDEN herum wurden Wörter gesucht, die mit den einzelnen Buchstaben beginnen bzw. einen der Buchstaben enthalten. So fanden wir Worte von Familie über Neid bis hin zum Glauben. Jeder konnte Worte einbringen und erklären wie diese mit dem Frieden zusammenhängen, das brachte alle Anwesenden automatisch näher zusammen – vielen Dank, Ihr lieben Frauen.

Wie immer fanden sich dann Fahrgemeinschaften zusammen und es ging zur St. Andreaskirche nach Rudolstadt. Das E-(KM)-Auto war sehr beliebt und voll besetzt. Es startete als letztes Fahrzeug und flog dann förmlich an so manch anderem vorbei. Die „erfrischende“ Besichtigung der St. Andreaskirche war sehr interessant und brachte so manche Diskussionen über Design und bessere Arrangements mit sich. Beeindruckend war neben den Skulpturen und Malereien der Sarg der Gräfin Ämilie Juliane.

Vorbei an der Büste von Karl Marx gingen wir in die Suptur und unterhielten uns u.a. bei sehr leckeren Aufstrichen von Brünhilde, die mit großer Unterstützung von Christfried zubereitet waren. Christian übernahm im Geiste alter Traditionen die Rolle des Vorlesers und brachte uns 2 Zeitungsartikel mit. Der eine Artikel war passend zur Marx Büste und der andere zur Erhöhung der Friedhofsgebühren in Bad Blankenburg als Überleitung zum Thema des Abends - Hospiz.
Nachdem wir an massiven Tischen im Besprechungsraum platzgenommen hatten, zeigte uns Christfried ein Video über das Hospiz Villa Auguste in Leipzig, Brünhilde gab uns einen Überblick über ihre Arbeit im Hospiz und beantwortete die vielen Fragen, die uns alle bewegten und zu Diskussionen anregten. Aus den ca. 600 Kirchenliedern der Gräfin Ämilie Juliane sang Christian mit uns 2 Stück und wir beteten zusammen.
Mit den Eindrücken aus der St. Andreaskirche, dem erlangten Wissen zur Hospizarbeit und den damit verbundenen Fragen an uns selbst brachen wir den Heimweg an und freuten uns auf die 2.Runde zum Enneagramm mit Werner Chmell im Allianzhaus in Bad Blankenburg am 5. April 2019. Mein Abend endete nachdenklich mit meiner lieben Frau zum Thema Hospiz und wie wichtig es ist jeden Tag zu genießen.
Daniel Schröder

Im Winter in Hoheneiche

Es ist schon fast Tradition dass wir uns das erste Mal im Jahr beim Männerschmiedenden in Hoheneiche treffen. Nach dem Friedensgebet machten wir uns zu zwölft auf, in der Hoffnung, noch eine schöne Winterwanderung zu machen. Leider war es des Schnees zu viel und die Wege im Wald zu gefährlich. So nutzten wir die dunkle Neumondnacht, um auf dem Friedhof still an unseren langjährigen Mitstreiter Helmuth Hartung zu denken. Der Weihnachtsstern in der Kirche gab uns mit seinem Licht das Gefühl, er und wir sind nicht allein.

Genauso ist es Tradition, die Jahreslosung zu unserem ersten Thema zu machen.
„Suche Frieden und jage ihm nach“ – So ist die originale Übersetzung, mit der sich einige schwer taten. Das Jagen steht so ganz im Gegensatz zu Frieden.
„Setze dich für den Frieden ein und verfolge dieses Ziel mit ganzer Kraft“ – so lautet eine andere Übersetzung, die für die heutige Zeit besser passt.
Die Meinungen zu dem Thema waren genauso zahlreich wie die Anzahl der Teilnehmer, die darüber diskutieren. Friede mit Gott, Friede mit der Natur, Friede mit sich selbst, Friede mit dem nächsten, …
Nichtsdestotrotz, beide fordern dazu auf, selbst etwas für den Frieden zu tun. Wie und auf welche Weise, dazu gab es eine sehr angeregte, teils auch kontroverse Diskussion. Es war eine sehr gute Atmosphäre mit vielen Meinungen, bei der sicher jeder ein paar Anregungen mit nach Hause genommen hat.

In der "Harfe" in Bad Blankenburg

Am 30.11.18 sind die Männerschmieder in die Harfe nach Bad Blankenburg eingeladen. Es ist das Gebäude der Harfe-Druckerei, die seit 1920 Bibeln und christliche Schriften druckte.
Ich rechnete also damit, dort eine alte Druckerei vorzufinden. Aber es war alles ganz anders.
Seit einiger Zeit ist in dem alten Gebäude ein Zentrum mit internationalem Flair entstanden. Es nennt sich Jugend mit einer Mission ( Youth With A Mission). Es ist eine christlich-missionarische Organisation und gehört zur charismatischen Bewegung, (Siehe de.wikipedia.org/wiki/Jugend_mit_einer_Mission)
An diesem Abend wurden wir von Andreas und Christoph begrüßt. Sie führten uns durch das Haus und gaben uns Antwort auf unsere Fragen. Beide sind ehrenamtliche Mitarbeiter in Bad Blankenburg. Da sie voll zeitlich in der Harfe tätig sind, müssen sie sich um ihren Lebensunterhalt selbst kümmern. Entweder gehen sie nebenbei woanders arbeiten oder sie haben eine Unterstützerkreis, der sie finanziert.
Ebenso ist es mit den anderen Mitarbeitern des Hauses. Dies sind ca. 30 junge Leute aus aller Welt.
In dem großen Haus sind zunächst verschiedene Büro- und Besprechungs- und Versammlungsräume eingerichtet . In den oberen Etagen gibt es Übernachtungsräume für ca. 60 Leute mit Sanitärbereich und mehrere Küchen. Im Dachgeschoss ist ein Ruhe- und Besinnungsraum eingebaut.
Es gibt auch Schulungsräume für Musikpädagogik. Hier werden z.B. junge Flüchtlingskinder unterrichtet um Geige zu lernen. Es soll damit demonstriert werden, dass nicht nur gutsituierte Kinder Geige lernen können, sondern auch die Kinder „von der Straße“ begabt sein können.
Im Erdgeschoß ist ein Kaffee eingerichtet. Dort haben wir dann auch den ganzen Abend zusammengesessen. Wie üblich wurde zunächst gemeinsam zu Abend gegessen. Im Unterschied zu anderen Männerschmieden gab es an diesem Abend keinen Alkohol zu trinken. Bier und andere alkoholische Getränke sind bei JMEM tabu. Für uns kein Problem! Dafür gab es leckeren Kaffee und Tee von eine freundlichen Inderin zubereitet.
Andreas und Christoph stellten uns ihren ganz intensiven und unmittelbaren Gottesglauben vor. Sie erfahren sehr oft zufällige Dinge in ihrem Leben, die sie mit einem Eingreifen Gottes in Verbindung bringen. Aber auch ihre persönlichen Entscheidungen um z.B. Mitarbeiter zu werden seien direkt von Gott an sie herangetragen worden . Sie würden die Stimme Gottes ganz persönlich hören und verstehen.
Aber auch Spaß und Freunde kommt in Bad Blankenburg nicht zu kurz. So wurden uns mehrere Lobpreislieder von einer Brasilianerin engagiert und mit phantastischer Stimme vorgetragen.
Jeder, der Mitarbeiter bei JMEM werden möchte muss an einer mehrwöchigen Jüngerschaftsschule (Discipleship Training School [DTS] ) teilnehmen, die für den einzelnen nicht ganz billig ist. Auch in Bad Blankenburg gibt es solche Schulungen.
Eine gerade sich dort aufhaltende internationale Gruppe tanzte für uns einen Tanz der Freude.
Anschließend berichtete ein Mitarbeiter aus seinem Leben und erklärte uns, wie und dass Gott ihn ständig in seinem Leben geführt und zu ihm gesprochen habe.

In dieser alten Druckerei hat sich vieles verändert und es sind noch eine ganze Reihe Bauarbeiten zu tun. Neben dem Kaffee-Raum standen mehrere Paletten mit frisch gedruckten Bibeln. Diese sollen in den nächsten Wochen im Umland verteilt werden und damit das Evangelium zu den Menschen gebracht werden.

Der Abend war lang und sehr interessant. Jedoch blieben noch viele Fragen offen. Der hier gelebte und praktizierte Glaube unterscheidet sich sehr vom Glauben, den wir in unserer Evangelisch-Lutherischen Kirche kennen und leben.
Aber es war mal interessant diesen anderen hier kennenzulernen.

Christfried Herklotz

Männerschmieden im Türmerstübchen

Freitag, der 19. Oktober 2018, 18:00 Uhr Treffpunkt Johanneskirche zum Friedensgebet und anschließend Männerschmieden, unser Männerkreis.
Der Einladung folgten 13 Männer unseres mittlerweile gewachsenen Kreises. Nicht alle können daran aus zeitlichen und beruflichen Gründen zum festgesetzten Termin teilnehmen, doch bleiben sie in Gedanken mit uns verbunden.
Das Friedensgebet nimmt einen festen Platz bei unseren Treffen ein. Es ist nach wie vor wichtig und aktuell. Wir leben in Frieden und finden doch Neid und Missgunst um uns. Noch leben letzte Zeitzeugen die die Schrecken des Krieges erlebten, die von selbst erlittener Not berichten können und traurig die Nachrichten aus Afrika und der Welt verfolgen, wie Gottes Welt der Zerstörung anheimgestellt wird.
So ist es gut und richtig hier zusammen zu kommen, um Gott für Frieden zu bitten in uns und um der Menschenwillen in der Welt, in der es keinen Frieden gibt. Ich denke an die zahllosen armen Kinder und Mütter, die unter unsäglicher Not leiden, die keine Zukunft und nur wenig Chancen haben, ihrem von Leid, Bomben und Hunger geprägten Leben zu entfliehen.

Nach unserem Gebet hieß es sich zu rüsten mit Stuhl und Verpflegung empor zur Türmerstube, hoch oben über Saalfelds Dächer. Nach einer ersten Stärkung ging es wieder einige Stufen hinab zu den Glocken der Johanneskirche, unserem heutigen Gesprächsthema. Die Besichtigung der Glocken in den Türmen war schon ein Erlebnis und ein leises, vorsichtiges Anschlagen stimmte in den folgenden Exkurs zu ihrer Geschichte ein. Bereits anfangs wurde deutlich, wie vertraut und wichtig der Glocken Ruf für uns ist und wohl keiner unter uns ihr Geläut jemals missen möchte. Ihr Ruf bestimmte den Tagesablauf und ordnete den Lebensrhythmus der Bevölkerung in den Städten wie auf dem Lande. Mit ihrem Geläut erinnern sie an Gottes Botschaft, gaben den Menschen Orientierung, Halt und Kraft für den Tag und stellten gleichsam die Verbindung zwischen Himmel und Erde her. Doch erschöpfte sich hierin ihre Aufgabe keinesfalls. Zu jeder Zeit läuteten die Glocken auch bei drohender Gefahr durch Feuer, Kriegsvolk, Pest und Unwetter.
Innerhalb der Stadtmauer gab es vier Kirchen bzw. Kapellen, die Glocken trugen, davon unsere Johanneskirche, die zur bedeutendsten, zentralen Kirche wuchs. Um 1500 scheinen auch die Baumaßnahmen an den Türmen abgeschlossen zu sein. Damit beginnt die Geschichte unserer ältesten Glocken, der im Jahre 1500 auf dem Nikolaikirchhof nahe des Hohen Schwarmes gegossenen
Feuerglocke (4.750 Kg) sowie ihrer ältesten Glocke, der Schlagglocke (3.750 kg) aus der Marienkirche des gleichnamigen Hospitals in der Saalgasse von 1353. Zu ihnen gesellte sich 1501 die Sonntagsglocke, die im Nordturm ihren Platz fand. Am Konfirmationstag 1923 zersprang sie während des Gottesdienstes.
Bereits 1504 folgte die 11-Uhr-Glocke. Wie es der Name der Glocke schon vorwegnimmt, läutete sie täglich um 11:00 Uhr die bevorstehende Mittagszeit ein. Heute schlägt sie um 12:00 Uhr. Über die Jahrhunderte hatte sie Schäden an Ihrer Krone davon getragen und wurde durch die bekannte Glockengießerei Franz Schilling in Apolda unter Verwendung ihrer Bronze 1965 umgegossen.
Die Bergglocke von 1573 rief damals früh um drei die Bergleute zur Arbeit, ein Brauch, der bis um 1870 gepflegt wurde. Durch langem Gebrauch verlor sie ihren Klang und wurde 1713 neu gegossen.
1832 kam die Feierabendglocke zu ihrer Schwester, der Sonntagsglocke in den Nordturm. Von alters her besaß unsere Kirche zwei Stundenglocken aus den Jahren 1507 und 1566. Sie dienten der Zeitorientierung in einer damals noch fast zeitlosen Welt. Wir sehen sie auf Merians Stich von 1650, den Zeichnungen aus dem Jahre 1826 wie auf einer Fotografie vor der großen Kirchenrenovierung von 1891-94 deutlich aus dem Spitzdach herausragend.
Die Kriege brachten unserer Johanneskirche schmerzende Verluste in ihrem Glockenbestand. Aus friedlichem Glockengeläut wurde Kanonendonner. Zu Geschützrohren umgeschmolzen wurden sie Opfer des Krieges. So verlor im 1. WK unsere Kirche ihre Feierabendglocke und im 2. WK die 1924 neu gegossene Feierabendglocke und Sonntagsglocke wie die 11-Uhr-Glocke von 1504. Einem Glücksumstand ist es zu verdanken, dass die 11-Uhr-Glocke nicht eingeschmolzen wurde und das schwere Bombardement tausender Bomber auf Hamburg überstand. Ende 1949 konnte sie endlich ihren angestammten Platz im Nordturm der Johanneskirche wieder einnehmen.

Erst 1965 konnte sich die Kirchgemeinde wieder über ihr vollständiges Geläut erfreuen und mit ihr viele Saalfelder. Es war ein nicht leichter Weg bis dahin, der von der Beharrlichkeit wie dem unerschütterlichen Vertrauen der Gemeindeglieder in die Zukunft unserer Kirche berichtet.
Eine jede Glocke hat ihre Geschichte von ihrem Anfang und zuweilen wenig friedvollem Ende zu erzählen, von guten wie schlechten Zeiten zu berichten. Vieles gäbe es zu erzählen von Größe, Gewicht und Klang der Glocke, von ihrem Namen, ihrer Inschrift, der Glockenzier und natürlich von ihrer Aufgabe innerhalb des Glockengeläuts wie ihrer Botschaft, die sie den Menschen bringt.
Dies soll jedoch dem Saalfelder Weihnachtbüchlein des Jahres 2020 vorbehalten sein, in dem die ganze Geschichte der Glocken zu St. Johannis nachzulesen sein wird.

An diesem Abend bewegte uns jedoch noch ein weiteres Thema, dass in unserer Runde für großen Gesprächs- wie Informationsbedarf sorgte. Angesichts der schrumpfenden Gemeinden, der nichtbesetzten Pfarrstellen Mangels Nachwuchses und finanzieller Mittel, zunehmend sich leerender Gotteshäuser und deren Unterhalt, gibt es seitens der Landeskirche Gedanken und Bestrebungen, Hemmschwellen einzuebnen, um kirchenfernen Menschen einen erleichterten Zugang zur Gemeinde wie zu Gottesdiensten und Seelsorge zu gewähren. Es geht um die Einbeziehung unserem Glauben nahe stehende Personengruppen, die sich nicht oder noch nicht an die ″Institution Kirche″ binden wollen oder können. Welch Rechte haben oder erhalten diese Personengruppen, in dieser beliebigen und lockeren Zugehörigkeit ohne Bindung und Pflichten? Welche Pflichten sind zumutbar oder belastbar, gibt es überhaupt einen moralischen Kodex, der ein Regulativ schafft? In den Meinungen und Argumenten war tiefe Sorge zu spüren, etwa der Verlust der Bedeutung unseres kirchlichen Gemeinwesens wie der Organisationsform Kirche, Verlust von vertrautem und liebenswertem, gewohntem.
Zugleich birgt dieser Gedanke der Veränderung und Anpassung eine Chance für die Zukunft, die wir nur gemeinsam gestalten können.
Es bedarf kluger Ansätze und weiterer Gedanken, dieses Anliegen zu einem guten und zukunftsfähigen Modell zu gestalten. Und es bedarf der Zeit, die Mitglieder unserer Kirche einzubeziehen; Zeit, um diesen Ansatz nicht zum Nachteil und zum Schaden unserer Kirche und der Sache werden zu lassen. Sonst fühlte sich so manches Gemeindemitglied ungleich behandelt und schnell zu voreiligen Schlussfolgerungen herausgefordert. Sicher eine Gradwanderung und Herausforderung für uns alle, doch ebenfalls eine Chance, die wir nicht leichtfertig verspielen sollten.

Jürgen Tauchen

 

 

In der Waldhütte

Am 04. Mai 2018 traf sich wiedereinmal die Gruppe „Männerschmieden Saalfeld“, zunächst in der Johanneskirche zum Friedensgebet. Von dort aus ging es dann mit dem Auto in ein so abgelegenes Forsthaus mitten im Wald, dass der Weg zunächst erst noch freigeschnitten werden musste.
Angekommen wurde zunächst erst mal ausgeladen, der Ort erkundet, der Rost angebrannt und nach einem kurzen Gebet, welches Christian Sparsbrod sprach, gegessen.
Nachdem gespeist und gesungen wurde sollte es an diesem Abend, anlässlich zu seinem 200. Geburtstag am 5. Mai, vorrangig um Karl Marx und das Thema Arbeit gehen. Dies entfachte sofort ein breit gefächertes Gespräch über die Bedeutung von Karl Marx heute, den ideologischen Missbrauch in der DDR, Mehrwert, Verteilung von Arbeit, bedingungsloses Grundeinkommen, aber auch über den Stress und die Probleme auf Arbeit heute.
Danach lasen und interpretierten wir noch das bekannte Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.
Peter spielte uns dann noch seine Version vom Rennsteiglied vor und Christfried zeigte und kommentierte eindrucksvolle Bilder von seinem Urlaub in Vietnam.

Es war für mich, obgleich ich anlässlich meines Praktikums in der Kirchgemeinde zum ersten mal mit dabei war, ein interessanter und schöner Abend mit guten Gesprächen in herrlicher Atmosphäre. Michel

Kein schönes Bild

Freitag, 23. März 2018 – Männerschmieden zur Passionszeit.
Im Mittelpunkt unseres Treffens am Freitag vor Karfreiteg stand ein Bild. Schon zum Friedensgebiet in der Veronikakapelle zog das Kunstwerk unsere Blicke auf sich, und so manchen von uns in seinen Bann. Der blutverschmierte Kopf von Jesus, das Haupt mit Dornen gekrönt, ein Auge von Misshandlungen zugequollen, das andere Auge, glasklar, blickte jeden einzelnen von uns an.... intensiv.
Unser Gast Hans-Peter Marschewski trug nach dem Friedensgebet das von ihm geschaffene Kunstwerk höchstpersönlich rüber ins Pfarrhaus, in dem wir zunächst gemeinsam zu Abend aßen. In der Vorstellungsrunde ging ein jeder von uns auf Vorschlag von Christian auf seine eignen künstlerischen Ambitionen ein. Hans-Peter Marschewski berichtete uns dann etwas detaillierter über sich, eine Episode aus seiner Kindheit, über seine Zeit als Seefahrer, ein ausgeschlagenes Kunststudium und warum er stattdessen zur Kriminalpolizei ging. Nach seiner Pensionierung hatte er genügend Zeit, sich seinen eigentlichen Ambitionen, der Malerei zu widmen.
Das Bild, das vor uns stand bezeichnete Hans-Peter Marschewski selbst als sein persönliches Meisterwerk. „Es ist kein schönes Bild“, berichtete Christfried von seinen Eindrücken, als er das erste mal dieses Bild sah. Dem pflichtete Hans-Peter Marschewski auch bei. Er habe auch kein schönes Bild malen wollen. Solch ein Bild, so der Künstler, male man auch nicht einfach mal so. Ganze sechs Jahre hat er daran gearbeitet.
Um so bemerkenswerter ist das Bild, wenn man bedenkt, das der Schöpfer eigentlich Atheist ist (auch wenn er das Wort Atheismus nicht so mag), der allerdings immer wieder intensiv mit dem christlichen Glauben konfrontiert wurde. Vielleicht, so meine Vermutung, ist das Bild die künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Konfrontation. Indiz dafür sind nicht nur die Augen von Jesus, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, sondern auch die Tatsache, dass das Kreuz bereits durch den hellen Glanz der Auferstehung ersetzt wurde.
Vielleicht könne dieses Bild einmal der Johannesgemeinde gehören, ließ Hans-Peter Marschewski durchblicken, denn eigentlich habe es es für die Johanneskirche gemalt. Ansonsten würde es in seinem Attelier verbleiben.
 Es ist kein schönes Bild. Es ist aber ein beeindruckendes Bild, ein außergewöhnliches Bild, ein Bild mit einer Botschaft, ein Bild das zum Nachdenken anregt, ein Bild das Emotionen weckt. Das wurde in unserer Gesprächsrunde ganz deutlich. Auch mich persönlich hat dieses Bild, dieser Blick von Jesus ganz persönlich getroffen: „Hier bin ich nun, geschunden und gequält für dich und deine Sünden, auferstanden für dich, damit auch du leben kannst. Ich habe dich fest im Blick. Und was machst du?“
Diese Gedanken habe ich von unserer Männerschmiedenrunde mit nach Hause genommen
Enno Pfaffenberger

In Hoheneiche am Kanonenofen

Am 09.02.2018 war es wieder einmal soweit. Die Männerschmiede aus Saalfeld hatten sich als Ziel den gemütlichen Raum im Pfarrhof Hoheneiche ausgesucht. Schon oft sind sie dort gewesen – für mich war es das zweite Mal. Meinen Einstand gab ich dort vor ziemlich genau 6 Jahren und damals hieß es, dass die Aufgabe der Berichterstattung immer auf die Lehr- oder besser Neulinge fiele und so schrieb ich den kurzen Text zum Männerschmieden am 03.02.2012 gern. Eingedenk dessen nun wieder von mir einige Zeilen zum letzten Treffen. Wie gewohnt trafen wir uns zum Friedensgebet in der Veronikakapelle der Johanneskirche. Von dort brachen wir mit einigen Fahrzeugen nach Hoheneiche auf und sorgten vorerst für wohlige Temperaturen im bekannten Raum. Das Feuer war entzündet und die Wanderung – organisiert durch Harry – konnte beginnen. Ich will an dieser Stelle einmal die einladende Nachricht von Harry zitieren, um das Wesen und Ausmaß des Rundweges zu verdeutlichen: *Wanderangebot von Harry für Freitag Strecke " Goldfischteich" mehr Erlebnis weniger Strecke in einer Stunde zu erleben - 3 Bänke - 3 Quellen - 3 Bachüberquerungen - 3 Bäume-Fall mit 4m Wurzelpanorama - 3 Fotoobjekte für unsere Gruppe - 3 kurze Waldstrecken ohne Weg (Schutzbrille empfohlen) - 1 Hausteich und ein Goldfischteich - usw * Gesagt getan und es war nicht zu viel versprochen. Die Herausforderungen des Weges, die Gespräche unterwegs, die Witzeleien während man aufeinander wartet – all das gehört für mich zu den Männerschmieden. Zurück im nun wohlig warmen Raum setzten wir uns zu Tisch und konnten uns mit all dem Mitgebrachten stärken. Anhand eines Kunstdruckes setzten wir uns mit der Jahreslosung auseinander. *Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.* *Offenbarung 21,6* Was ist lebendiges Wasser? Begreifen wir das „umsonst“? Wer ist Durstig und würden wir erkennen, dass wir es sind? Diese und noch viele weitere Fragen wurden gestellt und durch manch persönliche Geschichte beantwortet. Viele unterschiedliche Blickwinkel und Ansichten. Es ist diese Vielfältigkeit, die uns reich macht. So habe ich die Männerschmiede kennengelernt und so sind sie auch geblieben…

Marcus Goldhahn

Beim Orgelbauer

Am 03.11.2017 traf sich die Gruppe Männerschmieden Saalfeld in der Werkstatt des Orgelbaumeisters Andreas Rösel aus Saalfeld am Güterbahnhof. Herr Rösel erklärte an der Fertigung einer transportablen Orgel mit 3 Holzpfeifenregistern seinen Beruf. Er stellte das Kunstwerk aus verschiedenen Holzarten vor und beschrieb dessen Bearbeitung. Die Ausführungen des Orgelbaumeisters wurden von den Teilnehmern mit großem Interesse verfolgt. Andreas Rösel erläuterte das Stimmen der Orgeln sowie seine Tätigkeit bei der Sanierung von Instrumenten in den letzten Jahren. Nach dem Abendessen wurde in der Diskussion der Tag des Mannes thematisiert. Einige Teilnehmer hatten die Podcast´s von MDR Kultur vom gleichen Tag gehört. Insbesondere die Überschreitung von Leistungsgrenzen beim männlichen Geschlecht waren Teil der Diskussionsrunde.

 

Auf dem Stausee

Am Michaelistag

Am 29.09.2017 - dem Michaelistag (Papst Gelasius I. legte im Jahr 493 das Fest des hl. Erzengels Michael und aller Engel auf diesen Tag fest) - versammelten sich 12 Männer zum bzw. nach dem Friedensgebet an der Johanneskirche, um dann gemeinsam nach Großkochberg in die dortige Michaeliskirche aufzubrechen. An diesem Abend sollte der Erzengel Michael und alle Engel unser Thema sein. In Großkochberg angekommen besichtigten wir zuerst die farbenprächtige Kirche und den Flügelaltar. Gemeinsam wurden die hier dargestellten Personen identifiziert, aber auch so manche Spekulation zu unbekannten Gesichtern und Darstellungen angestellt. Für mich ist es immer wieder interessant, wie sich das Wissen der Einzelnen zu einem Gesamtbild verbindet und sich so manch bis dato unbekannte Geschichte erschließt. Zum obligatorischen Abendessen begaben wir uns in den kleinen Gemeinderaum direkt an der Kirche. Während des Essens gab es noch einigen Austausch zum eben am Altar gesehenen, wobei sich die Gespräch bald der jüngeren politischen Geschichte widmeten. Wie vielerorts wurde die Bundestagswahl mit ihrem Ergebnis thematisiert. Verschiedene Sichtweisen und verschiedene Lebenserfahrungen prägten die Diskussion uns man könnte sicher viele weitere Abende damit füllen. Ich habe für mich zwei Gedanken mitgenommen. Zum Einen, die Dankbarkeit für das mir Geschenkte nicht zu vergessen. Und zum Anderen, stetig die Frage zu stellen "Was würde Jesus tun?". Gruss Marcus.

Im Juni

Männerschmieden am 30. Juni 2017 in Saalfeld Mit einem kurzen Friedensgebet in unserer wunderschönen Johanneskirche begann am 30. Juni wieder das Männerschmieden. Das gemeinsame Gebet stimmte uns besinnlich auf den Abend ein und half etwas Abstand zum gestressten Alltag herzustellen. Anschließend trafen wir uns diesmal im Garten von Andreas Tietz, der uns mit köstlichem Grillgut erwartete. Vor allem die Roster nach marokkanischer Art erregten unsere Aufmerksamkeit, allerdings griffen wir Thüringer nach dem kulinarischen Ausflug wieder zur Thüringer Roster über und es gab von Berichten zum kanarischen Urlaub bis hin zu Diskussionen über die aktuelle Nachrichtenlage interessante Themen. Nach dem Essen erklärte uns Pfarrer Christian Sparsbrod, was man unter leichter Sprache versteht und überreichte uns die Schrift von Martin Luther „Von der Freiheit“ die neben dem Original „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ auch in Auszügen eine Übersetzung in leichter Sprache enthielt. Jeder lass einen Abschnitt vor und nach zwei Runden hatten wir genügend Stoff zusammen, um uns die Frage zu stellen, was Martin Luther in seiner Zeit damit ausdrücken wollte und wie wir diese Freiheit für uns selbst interpretieren. So gab es Diskussionen über den Gegensatz bzw. den Zusammenhang zwischen der Freiheit eines Christen wie die eines Königs und des Gehorsams wie die eines Dieners. Es stellte sich die Frage wie der Innenmensch frei sein kann, während der Außenmensch geknechtet wird und ob die Seele (Innenmensch) nach dem Tod des Außenmenschen weiterlebt. Wenn der Innenmensch und der Außenmensch eine Einheit darstellen, stirbt dann auch die Seele, wenn der Außenmensch stirbt? Was passiert eigentlich mit der Seele, wenn der Außenmensch gestorben ist, benötigt sie einen neuen Außenmenschen um weiter zu existieren und nimmt sie Erfahrungen des letzten Außenmenschen mit bzw. begibt sich die Seele in Dimensionen die wir uns als Menschen nicht vorstellen können? Die Freie Anmerkung „… Am Wochenende fühle ich mich frei.“ brachte genauso verschiedenste Ansätze in die Diskussion wie die Aussage das Gott unsere Seele aufnimmt, egal wie gut oder schlecht der Außenmensch sich zu seinen Lebzeiten verhalten hat und damit die Frage welchen Wert das Verhalten eigentlich hat? Wenn die Diskussionen doch in eine zu heiße Phase eintraten und Paulus in den Interpretationen zu einflussreich hervortrat, zeigte es sich schnell, dass wir in unserem Denken und Interpretationen frei sind und es sehr hilfreich ist, einen so erfahren Moderator wie unseren Pfarrer im Kreise zu haben. Ich empfinde das Männerschmieden als ein Highlight und kann es jedem Mann empfehlen, da hier in einem sehr offenen Kreis viel Lebenserfahrung zusammentrifft, um in Vorstellungen und Diskussionen Neues zu erfahren und von verschiedenen Seiten genauer hinzuschauen. Ist man erst einmal dabei, will man garantiert kein Treffen mehr verpassen. Daniel Schröder

In Kleingeschwenda

Wieder einmal lud uns Mario Rosenthal zu sich nach Kleingeschwenda, diesmal zum Thema Wirtschaft ein. Nach dem Friedensgebet in der Johanneskirche empfing uns Mario vor seinem Haus mit typisch Thüringer Spezialitäten vom Rost. Nach einem kurzen Gebet nahmen wir im Mehrzweckraum seiner Werkstatt die Speisen dankbar und neugierig auf den Gesprächsabend zu uns. Dabei zeigte uns Mario Bilder seiner Ballonfahrt über Saalfeld und dessen näheren Umgebung. Nach einigen geistlichen Liedern verlas Christian Sparsbrod den Evangeliumstext vom Tag der Arbeit, dem 1. Mai (Lk 16). Diese Lesung war gleichsam der Auftakt über den biblischen Text nachzudenken und spontan Gedanken hierüber auszutauschen. Dabei ging das Gespräch nahtlos zu Marios Thema eines weltweit gerechten Wirtschaftssystems über. Ein anspruchsvolles und zugegebenermaßen nicht einfaches Thema, über das Mario referierte. Welche Vorstellungen haben wir darüber und wie soll dies gehen? Darauf fand jeder seine eigene Antwort, geprägt von seinen Erfahrungen und Vorstellungen. Schnell wurde klar, dass es nicht nur eine Antwort hierauf gibt. Die Arbeit ist ein wesentliches Merkmal der Menschheit zur Sicherung des Lebensunterhalts. Sie soll sicher und planbar, darüber hinaus Spaß machen und uns erfüllen, dabei sinnvoll und umweltverträglich, das Arbeitsklima gut und gesund sein – und und und. In solch einem Arbeitsumfeld fühlt man sich wohl, hier finden wir zusammen. Doch kommen auch andere Gedanken auf. Wie sicher ist der Arbeitsplatz und das Einkommen, um eine Familie zu gründen und eine vernünftige Lebensplanung darauf aufzubauen? Kann man von ehrlicher Arbeit leben, reicht das Einkommen für bescheidene Ansprüche oder Erfordernisse des Lebens? Habe ich die Voraussetzungen oder Rahmenbedingungen, um entsprechend meinen Fähigkeiten und Ansprüchen ein erfülltes Arbeitsleben zu führen? Welche Rahmenbedingungen herrschen seitens der Politik, des Arbeitgebers oder des unmittelbaren Arbeitsumfeldes, im Kollegenkreis? Eins war schnell klar, wir brauchen günstige Rahmenbedingungen, um unsere Arbeit zu erledigen wie den an uns gestellten Anforderungen gerecht zu werden, ohne Schaden zu nehmen. Dies sind Sozial- und Arbeitshygienische Mindestbedingungen. Ein kluger Arbeitgeber sorgt sich darum. Jedoch sieht unsere Arbeitsumwelt oft anders aus. Die Welt der kleinen Unternehmen und Dienstleister weist oft Unwägbarkeiten und zu viel Bürokratie auf, die die Existenz gefährden. Es trifft dann Arbeitgeber wie Arbeitnehmer gleichermaßen, denn oft fehlen finanzielle Puffer und Geschäftsmodelle, die Durststrecken abfedern. Ein Risiko das zuweilen mit hohen Schulden verbunden ist. In unserer Runde wurde von guten Erfahrungen berichtet, wie von Situationen und Lebensentscheidungen, die in eine besonders ungewisse, belastende Zukunft führten. Auch wurde klar, dass wir gegenüber Arbeitnehmern anderer Länder ein hohes Niveau an Lebens- und Arbeitsqualität erreicht haben und der Arbeits- und Gesundheitsschutz längst zu den Selbstverständlichkeiten des Arbeitsprozesses zählt. Auch dies gehört zur Betrachtung wie ebenfalls das Glück, sich in der Arbeit verwirklichen zu können. Wir sprachen über Wirtschafts- und Materialkreisläufe, Werteverluste von Waren und Herstellungsbedingungen dieser im Rahmen der Globalisierung, von Kunden, die in Textilläden nachfragen, wer die Kleidung zu welchen Arbeits- und Lohnbedingungen produziert. Wir sprachen über die Nachhaltigkeit der Wirtschaftstätigkeit des Menschen, den Umwelt- und Tierschutz und seiner Verantwortung, Gottes Schöpfung zu achten und zu wahren. So gilt es ebenfalls Tiere nicht als bloßes Wirtschaftsobjekt, sondern als lebendige und gefühlvolle Wesen wahrzunehmen und zu behandeln. Als Fazit des Abends obliegt es uns, unser Kauf- und Konsumverhalten zu überdenken und gegebenenfalls neu auszurichten, wie unsere unmittelbare Arbeitsumwelt mit den uns gegebenen Möglichkeiten menschenwürdiger zu gestalten. Auch sollten uns die vielfältigen Werbeversprechen von Firmen nachdenklich stimmen und Anlass zum kritischen Hinterfragen geben. Denn wo Kalbsleberwurst draufsteht, muss dies nicht dem Produktinhalt entsprechen. Die Täuschungen der Werbung und die Täuschung der Firmen sind vielfältig und groß. Allein wir bestimmen mit unserem Kauf- und Konsumverhalten und nicht zuletzt durch unseren Geldbeutel eine humanere Arbeitswelt in Afrika, Asien, Südamerika wie Ost- und Westeuropa Wirklichkeit werden zu lassen. Dies gilt gleichermaßen für eine humane Tierhaltung wie Fleisch- u. Pflanzenproduktion ohne Gentechnik und Pestizide. Hierzu wissen wir Gott an unserer Seite, dessen moralische Komponente uns stets Richtschnur sein sollte. Nach 23 Uhr brachen wir nach dem Vaterunser und Segen auf und verabredeten uns für den 30.Juni 2017, vielleicht und hoffentlich in einer Hütte im Wald. Jürgen Tauchen